Suchen


 
Neue Seite 1
Frühmorgendlicher Spaziergang vom 7. April 2019 Druckversion anzeigenSchrift vergrössernSchrift verkleinern
 

Immer den Vögeln nach

Sonntagmorgen beim Seetalschulhaus um 7.00h? Ich bin gespannt, wer sich so früh aus den Federn für die Federn rauswagt…
Wie sind wir doch erfreut, dass wir neben unseren Vereinsmitgliedern auch interessierte Seener und jemand vom fernen Beinwil am See zum ornithologischen Spaziergang begrüssen dürfen!
Unser Trüppchen von gut einem Dutzend (weitere Mitglieder erwarten uns bei der Waldhütte) begibt sich in Fahrgemeinschaften zur Waldhütte. Unser heutiger Exkursionsleiter, Daniel Lehner aus Gränichen, heisst uns im Wald willkommen. Bei einer kleinen Einführung vernehmen wir, dass der heutige Wald den 70 in der Schweiz vorkommenden «Waldvogelarten» ein recht gutes Habitat bietet. Was man von den im Kulturland brütenden Arten nicht behaupten kann. 
Daniel fordert alle Anwesenden auf, sich eine Zahl zu merken, von der man denkt, diese Anzahl an Vögeln zu sehen oder hören. Ich verrate an dieser Stelle die meinige: ich notiere mir die Zahl 15 – wir werden sehen…
Daniel Lehner beginnt mit der Brutzeit, die Vögel sind nun mitten im Brutgeschäft, und erklärt, dass man von 5 Phasen spricht:
1. Revier abstecken und Partnerin suchen => Paarbildung
2. Nestbau
3. Eigentliche Brutzeit
4. Nestlingszeit
5. Loslösung/Trennung von den Altvögel

Zu 1&2: Kann sich auch in umgekehrter Reihenfolge abspielen. Der Zaunkönig beispielsweise ist da ein ganz interessanter Geselle: er baut bis zu 5 oder gar 7 «Rohbaunester» an diversen Standorten. Mit seinem Gesang lockt er ein potenzielles Weibchen an und lädt es zur Besichtigung seiner diversen Immobilien ein. Dieses prüft alle und entscheidet sich im besten Fall für einen Rohbau, den sie dann fertig- und ausbaut.
Auch der Buntspecht verfährt in umgekehrter Reihenfolge: er baut zuerst eine geeignete Höhle und widmet sich anschliessend der Partnersuche. Das Weibchen wird mittels Trommeln in hoher Kadenz angelockt. Gleichzeitig kann er so sein Revier abstecken und mögliche Eindringlinge wegweisen.

À propos Eindringlinge: in der Regel sprechen wir von Eindringlingen gleicher Art, es gibt aber auch solche, die (wir sprechen hier immer noch von Waldarten) die sogar in die Bruthöhlen eindringen und die Brut stören um diese zu verspeisen – es ist der grösste «Räuber» im Wald und nennt sich Specht! 

Wenn von Vögel die Rede ist, kommt man nicht umhin, von den Arten zu reden, welche im Winter wegziehen: den Zugvögel. Der Laie merkt aber nicht bei allen, dass sie im Herbst wegziehen, denn ihre «Lücken» werden mit solchen vom Norden oder Osten gefüllt. Als Beispiele seien hier das Rotbrüstli (dessen Rot etwas kräftiger ist, als das unseres Brutvogels), oder der Mäusebussard erwähnt.

Unsere Spaziergang Richtung Sonnhalde nähert sich dem Ziel, wir kehren langsam um und Daniel Lehner fasst bei der Waldhütte zusammen, wen wir nun gehört oder gesehen haben:

   

Der Schreiberling hat sich folgende Arten notiert:

- Kleiber
- Rotbrüstli
- Buntspecht
- Mönchsgrasmücke
- Mäusebussard
- Buchfink
- Amsel
- Krähe
- Ringeltaube (die grösste einheimische Taube)
- Singdrossel
- Zilpzalp (singt seinen eigenen Namen)
- Zaunkönig
- Blau- und Kohlmeisli (wir beobachten ein Blaumeisli-Paar, wie es einen Nistkasten ausstattet….
Somit wären wir bei 14, was meiner geschätzten Zahl schon sehr nahe kommt…

Zur Ringeltaube noch dies: diese bauen ein sehr einfaches Nest, fast nur ein Rost mit Wänden (man sieht von unten durch und kann die weissen Eier ausmachen). Das Weibchen legt genau 2 Eier. Sollte eines aus dem Nest fallen, legt sie ein zweites nach. Das Ringeltaubenweibchen kann also bis 2 zählen… Die Jungen werden in den ersten Tagen mit Kropfmilch gefüttert, bis sie feste Nahrung zu sich nehmen können.

 

      © 2011 created by andrea gutscher & walti-design