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Herbstexkursion vom 22. September 2013 Druckversion anzeigenSchrift vergrössernSchrift verkleinern

Herbstzeit - Reisezeit am Flachsee

Auch der heutige Sonntag verspricht ein goldiger zu werden - allerdings mischt am Morgen der Nebel noch kräftig mit und unsere Exkursion am Flachsee ist eher von grauen, denn goldenen Tönen, geprägt.

 

Nichtsdestotrotz vermag unsere Exkursionsleiterin, Gertrud Hartmeier aus Brugg, die Grautöne aufzuhellen, denn ihre Ausführungen sind witzig und informativ.
Zu Beginn zeigt sie uns auf, wie die Reuss früher ihren Weg durchs Tal gesucht hat, bis sie, wie auch zahlreiche andere Flüsse und Bäche in der Schweiz, verbaut und begradigt wurde um Kulturland zu gewinnen. Die Reuss hatte man bei Bremgarten gestaut und 1975 das Flusskraftwerk Bremgarten-Zufikon in Betrieb genommen. So wird die Reuss auf ca. 3km gestaut, der Flachsee ist das südliche Ende des Stausees. Er ist ein El Dorado für Wasservögel und Reisende auf dem Herbst- und Frühlingszug, oder dient gar als Winter-quartier für einige Arten.
Etwas flussaufwärts liegt die sog. Stille Reuss, es ist ein Rest des ursprünglich mäandrierenden Flusses. In der Regel kommen sich die Flussschlaufen mit den Jahrhunderten  immer näher, bis sie sich berühren, das Erdreich durchbrochen wird und der Fluss so wieder gerade läuft. In unserem Fall hat der Mensch um 1700 nachgeholfen, die Schlinge ist verlandet und zurück blieb ein vom Fluss abgetrennter Restlauf, den wir heute noch sehen. Ohne Pflege würde auch dieser Teil verlanden.
 
Wir wagen uns nun ans rechte Ufer des Flachsees. Auf unserem Weg vom und zurück zum Ausgangspunkt bei der Brücke über die Reuss, zeigen sich etliche Vogelarten, obwohl sie im Nebel und dem trüben Licht nicht einfach auszumachen sind.
 
Unsere ersten Freunde sind ein paar Bachstelzen auf dem Kiesparkplatz, auf dem Wasser unweit eben dieses und dem gegenüberliegenden Kiesparkplatz, finden wir Höckerschwäne, die streng genommen Neozoen sind. Die Gebiete um diese Parkplätze sind ein Problem für das Gewässer, da sich die Wasservögel hier gerne aufhalten, weil sie gefüttert werden. Entsprechend sind die Ausscheidungen derart konzentriert, dass der Fluss diese kaum mehr verarbeiten kann.
Weiter sichten wir Zwergtaucher, die in noch in ihrem Schlichtkleid sind und so selten zu sehen sind – da viele Wasservogelmännchen während der Mauser flugunfähig sind, leben diese im Frühjahr und Sommer recht „heimlich“.
Blaumeisli, Rotbrüstli sind im Gehölz der Auenlandschaft ebenfalls unterwegs.
Schnatterenten (Wintergast), Reiderenten und Tafelenten können wir ebenfalls beobachten. Man unterscheidet zwischen Schwimm-/Gründel und Tauchenten. Die Tauchenten verschwinden komplett im Wasser, sie tauchen also, die Schwimm- oder Gründelenten recken nur ihren Kopf und Hals unter die Oberfläche, der Rest schaut in die Höh’ (siehe „alli mini Entli“).
Graureiher und Kollege Silberreiher.
Im Hide (Beobachtungsblockhaus): Bekassine, Teichhuhn, Eisvogel flitzt vorbei.
Ausserdem beobachten wir:
Lachmöwe mit schwarzem Punkt am seitlichen Hinterkopf, im Prachtkleid hat sie dann einen schwarzen Kopf.
Kormoran
Rauchschwalben und Mehlschwalben
Wacholderdrosseln auf Insel im Geäst
Flussuferläufer
Und während des ganzen Spaziergangs die unbeachtete, verschmähte und beschimpfte, intelligente Rabenkrähe.
Da die Sonne nicht zu wärmen vermag, kehren wir ein und eine Tasse Kaffee oder heisse Schoggi tun das dann von Innen...
 
 

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