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Dem Hallwilersee entlang Druckversion anzeigenSchrift vergrössernSchrift verkleinern

Frühsommerlicher Spaziergang

Ein ansehnliches Trüppchen besammelt sich morgens um acht beim Seetalschulhaus – ob unsere neue Vereinstafel den Mitgliedern (und Gästen) die bevorstehende Exkursion in Erinnerung gerufen hat? Wie auch immer, den Vorstand freuts und alle steigen beschwingt in die Autos. Wir begeben uns zum Brestenbergparkplatz in Seengen, von wo der Spaziergang unter der Leitung von Graf Ernst beginnt.
Einen ersten Halt machen wir bereits nach wenigen Metern, bevor uns der Weg zum See hinunter führt: von der Hauptstrasse oberhalb des Sees hat man einen guten Überblick über den gegenüberliegenden Hügelzug – Ernst erklärt uns die Namen der Höhen und lenkt unsere Gedanken auf früher, als der See und –ufer noch Spiel- und Abenteuerplatz waren...
Auf dem Uferwanderweg entdecken wir ein leeres Schwanennest, ganz nahe beim Ufer und damit ist auch gleich das Problem mit der Schwanenpopulation angesprochen – wie soll diese weiterhin unter Kontrolle bleiben? 
Während dem Spaziergang versetzt uns Ernst, wie bereits zu Beginn des Spaziergangs, immer wieder in die Vergangenheit, schildert uns, wie er unter den Steinen im seichten Wasser Krebse aufgescheucht hatte oder noch Muscheln zu finden waren.  Dasselbe gilt natürlich für die Fischarten, von denen unzählige nicht mehr vorhanden sind. Der Hallwilersee wird nach wie vor künstlich belüftet.
In der Luft und den Hecken entlang des Ufers allerdings ist vogeltechnisch mehr los, als auf dem Wasser. Dort vollführt ein Haubentaucherpaar kurze Balzeinlagen  und im Schilfgürtel führt eine Blässhuhnmutter ihr Kleines durch den Röhricht. Ansonsten ist es still. Natürlich fehlen Stockers nicht (Stockentenweibchen und –männchen). Ernst erklärt uns den Unterschied zwischen den Tauch- und Schwimmenten (oder Gründel-). Die Stockente ist eine Schwimmente, sie hält nur Hals und Kopf unter Wasser zur Nahrungssuche. Dafür kann sie quasi aus dem Schwimmen hochsteigen und fortfliegen. Vertreter der Tauchenten oder Lappentaucher, wie es beispielsweise der Name des Haubentauchers bereits sagt und der zu letzterer Vogelordnung gehört, muss zuerst auf dem Wasser laufen und Anlauf holen, bevor sie abheben kann (also wie ein Flugzeug, während die Stockente eher ein Heli wäre).
Wie gesagt, am Ufer ist mehr los. Im Röhricht, wie es auch hier der Name verrät, hören wir den Teichrohrsänger, die Amsel und der Zaunkönig melden sich aus Bäumen und Hecken.   
Über unseren Köpfen ziehen Rotmilan und Mäusebussard ihre Runden, Mauersegler und Rauchschwalben fliegen ihre akrobatischen Schleifen.
Dazwischen geben sich viele weitere Fiederfreunde zu erkennen, wie die Ringeltaube, die Mönchsgrasmücke, der nach seinem Ruf benannten Zilpzalp, Schwanzmeisen im Trüppchen schwirren von Baum zu Baum, die Rabenkrähe ist zu hören. Immer dabei der Buchfink, auch der Girlitz mit seinem lustigen Gläserkratzen-Ruf ist da. Goldammer und Grünfink sagen uns guten Tag. Nicht vergessen Blaumeisen und Sperlinge, die sich zu erkennen geben.
Beim Rasten in Yvonne und Ernsts Heimetli können wir im Nachbarsgrundstück ein Starenpaar beobachten, welches wohl Junge in einem hohlen Stamm aufzieht.
Gemütlich ist’s bei Yvonne und Ernst, wir geniessen ihre Gastfreundschaft und unsere mitgebrachte Wurst, die wir in Ernsts selbstgebautem Grill bräteln.
 

 

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