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Ardea cinerea - Graureiher 

 

Ein grosser Vogel, unübersehbar, manchmal mit hohem Krächzen in seinem etwas schwerfälligem Fluge und doch majestätischem Schreiten, blitzschnellem Zuschnappen, wenn er nach geduldigem Warten auf Ackerland eine Maus oder gar einen unglücklichen Maulwurf  mit seinem langen Schnabel erwischt hat – das ist „unser“ Graureiher, der als Logo für unseren Verein steht. Er soll besondere Aufmerksamkeit erhalten und hier im Zentrum stehen.

 

Die landwirtschaftlichen Flächen im Schlatt oder weitere dem Aabach entlang bis nach Lenzburg lassen dort den Vogel im Winterhalbjahr von Nahe oder aus der Ferne vorzüglich beobachten und fotografieren. Wenn man aufmerksam durch unser Dorf spaziert, kann es durchaus sein, dass man den Schreitenden auch in mehr oder weniger grossen künstlich angelegten Teichen lauern sieht. Wenn unser Reiher sich dann auch noch auf Dachgiebel stellt, dann fällt man endgültig in seinen Bann und freut sich auf jedes neue Wiedersehen, wo auch immer!

 

Nachstehen eine kleine Abhandlung über den Graureiher (Quelle: Maumary, L., Vallotton, L., Knaus, P., 2007; Die Vögel der Schweiz. Schweizerische Vogelwarte, Sempach, Nos Oiseaux, Montmollin.).

 

Bestandesentwicklung

Ende des 19. Jhd. Wurde der Graureiher hartnäckig bekämpft, da er als „Fischfresser“ galt; sein Bestand wurde soweit reduziert, dass er ausgestorben wäre, hätte man ihn 1926 nicht unter Schutz gestellt. Der Bestand erhöhte sich nach und nach an verschiedenen Standorten, von 500 – 750 Paaren im Jahre 1953 bis 1359 Paare in 188 Kolonien im Jahre 2003. Die Zahl der Kleinkolonien und Einzelbrüter hat gesamtschweizerisch deutlich zugenommen. Ihr Anteil an den besetzten Standorten stieg zwischen 1981 und 1996 von 50% auf 70%.

Der Zusammenbruch der Weissfischbestände Anfang der Achtzigerjahre wirkte sich negativ auf ihren Brutbestand aus und der Sturm Lothar vom Dezember 1999 verursachte Umsiedlungen, da er diverse Horststandorte zerstörte oder beeinträchtige. Die Hauptgefährdungsursachen jedoch bleiben kalte Winter und die gezielte Verfolgung und Zerstörung von Brutkolonien.

 

Lebensraum und Verhalten
Der Graureiher ist in verschiedenen Lebensräumen bei der Nahrungssuche anzutreffen. Von Kleinsäuger (Hauptnahrung im Winter; im Kultur- und Brachland und an Strassenböschungen) über Amphibien (Feuchtgebiete, Weiher), Fische und Krebstieren (Flüsse und Seen) hat er ein breites Nahrungsangebot. Er verachtet auch Regenwürmer, Insekten oder Schnecken nicht. 

 

Die Vögel jagen in der Regel einzeln (was man im Schlatt sehr gut beobachten kann), halten sich aber sonst gerne in Gruppen von 10-20 Individuen auf. Das Eingangs erwähnte Krächzen ist ihr markanter Flugruf.

 

Schutz

Der Graureiher ist seit 1926 geschützt und nicht mehr akut gefährdet. Sie stellen keine Gefährdung für Fischbestände dar, sofern es sich bei den betroffenen Gewässer nicht um unnatürliche Gewässer oder Fischzuchtanlagen handelt.  

In genau diesen Anlagen sind in gewissen Kantonen kontrollierte Abschüsse durch Fischzüchter erlaubt. Im Kanton Fribourg zogen BirdLife Schweiz und Pro Natura eine Abschussbewilligungs-verlängerung vom Kantonsgericht an das Bundesgericht weiter, welches die Abschussbewilligung im Jahre 2009 zumindest im Dispositiv aufgehoben hat. Ob das Urteil mittlerweile rechtskräftig ist, konnte die Autorin dieses Artikels nicht herausfinden. (Quellen: http://www.sfv-fsp.ch/archiv/downloads/fischerei-zeitung/maerz-2009.html; http://www.bernerzeitung.ch/region/freiburg/Bundesgericht-stoppt-GraureiherJagd/story/31332527)

 

 

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