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Unter dieser Rubrik soll verschiedenen Pflanzen (Gehölze, Blumen) Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Als erstes wenden wir uns einem bekannten Frühlingsblümchen zu:

 

Primula veris

 

"Primel - Nimmer will ich höher streben,
denn ich lieb mein schlichtes Kleid.
Glaub, das höchste Glück im Leben
liegt in der Zufriedenheit".

 

Rainer Maria Rilke

 

 

Wie kommt die Schlüsselblume zu ihrem Namen?

 

„Als der heilige Petrus, der die Tore zum Himmelreich hütet, hörte, dass Unholde sich einen Nachschlüssel angefertigt hätten, um durch die Hinterpforte in den Himmel eindringen zu können, liess er vor Schreck seinen ganzen Schlüsselbund fallen, worauf dieser von Stern zu Stern immer tiefer hinab zur Erde sank. Wohl sandte Petrus sofort einen Engel nach, das er die Schlüssel aufhebe und zurückbringe. Allein der Bund hatte schon den Erdboden berührt und sich in ihn eingedrückt. Sogleich entsprang an dieser Stelle eine goldene Blume, welche die Gestalt der Himmelsschlüssel hat. Da diese aber den Himmel auf Erden nicht zu öffnen vermögen, so erschliessen sie uns wenigsten in einem Heer von duftend geflügelten Blüten die Tore zum Frühlingsmonat.“

 

 

So oder ähnlich wird die Legende erzählt – aber immer mit dem zentralen Punkt, wie der Himmelsschlüsselbund zur Erde fällt und dort die Schlüsselblume aus dem Boden wächst.

 

 

Der Schlüsselblume wurde im Mittelalter und in der neueren Neuzeit Heilwirkungen gegen Gicht und Bronchitis zugeschrieben. Da sie eine nordische Pflanze ist, findet man sie in keinem der antiken medizinischen oder literarischen Werken – das ist der Grund, dass man die Schlüsselblume erst ab dem Mittelalter kennt, wo die Klosterheilkunde ihr dann gegen unterschiedliche Beschwerden Heilkraft zuspricht.  Ihre Blüten (mit Kelch), zusammen mit anderen Kräutern soll ein idealer „Einschlaftee“ sein.  Die Wirkungen gelten nur für die Art der Primula veris, nicht aber für die Waldschlüsselblume, Primula elatior, die sehr ähnlich aussieht.

Nebst den Blüten findet auch die Wurzel in der Heilkunde Anwendung, vor allem in der heutigen Alternativmedizin. Die benötigten Pflanzenteile werden, da die Pflanze unter Schutz steht, in Kulturen angebaut. Die heutige Wissenschaft anerkennt die heilende Wirkung der Blüten und Wurzeln bei Katarrhen der Atemwege.
Bei Kindern ist der Tee von Schlüsselblumenblüten wegen seiner milden Wirkung gut verträglich, allerdings muss hier erwähnt werden, dass empfindliche Personen bei Berührung der Blüten allergisch reagieren können. Überdosierung kann zu Übelkeit, Brechreiz oder Durchfall führen.

 

Bei aller Schönheit und den heilenden Wirkungen, darf aber nie vergessen werden, dass die Schlüsselblume jeglicher Art, eine Wildpflanze ist und an ihrem Platz belassen werden soll! Man kann die Schlüsselblume auch erfolgreich im eigenen Garten oder in Töpfen ziehen.

Oben stehende Bilder zeigen die Wald-Schlüsselblume Primula elatior

 

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